Gastransport

Erdgas ist als natürliche Ressource meist nicht dort verfügbar, wo es am stärksten nachgefragt wird. Es muss von den internationalen Förderstätten bzw. den Gasproduzenten zu den regionalen Verbrauchszentren transportiert werden. Für den überregionalen und grenzüberschreitenden Gastransport betreiben die Mitgliedsunternehmen von FNB Gas ein insgesamt ca. 40.000 km langes Fernleitungsnetz. Es schafft Verbindungen zu angeschlossenen Transportsystemen, industriellen Großabnehmern, Kraftwerken und Speichern.

Durch Fernleitungen mit Durchmessern bis zu 140 cm werden große Gasmengen transportiert. Mit hohem Druck bis zu 100 bar gelangt Erdgas über weite Strecken aus Russland, Norwegen und den Niederlanden nach Deutschland. Hinzu kommt der Transit von Erdgas durch Deutschland in angrenzende EU-Staaten. Verdichterstationen in Abständen zwischen 100 und 200 Kilometern sorgen dafür, dass der Druck über diese weiten Entfernungen stabil bleibt. Die nachgelagerten Netze der fast 700 Verteilernetzbetreiber stellen die Gasversorgung der Endverbraucher sicher.

Gastransportmarkt Deutschland

Die Rahmenbedingungen für den Gastransportmarkt haben sich in den letzten Jahren vor allem bedingt durch ordnungspolitische Maßnahmen gewandelt. Insbesondere das 3. EU-Binnenmarktpaket und die damit verbundene Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sowie die Anreizregulierung im Gassektor haben diese Entwicklung deutlich beeinflusst.

Der deutsche Gastransportmarkt unterscheidet sich aus historischen Gründen strukturell von anderen europäischen Märkten. Er wurde nicht primär staatlich organisiert, sondern ist über viele Jahrzehnte regional privatwirtschaftlich zusammengewachsen. Während in Deutschland aktuell 16 Fernleitungsnetzbetreiber den Gastransport organisieren, sind es in Österreich sieben, in Frankreich zwei und in den Niederlanden und Großbritannien jeweils einer. Darüber hinaus hat Deutschland mit knapp 700 regionalen Verteilernetzbetreibern für Gas die komplexeste Struktur in Europa.

 

Europäisch denken

Mehrere große FNB aus 16 verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten kooperieren auf der europäischen Kapazitätsplattform PRISMA.