Zahlen und Fakten

 

  • Wie groß ist das deutsche Fernleitungsnetz?

Die Fernleitungsnetze bilden mit einer Länge von ca. 40.000 km das Rückgrat des gesamten Gastransportsystems in Deutschland. Sie sind im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) als Fernleitungsnetze definiert. Das Verteilernetz für Erdgas besitzt eine Länge von mehr als 470.000 km. Das gesamte deutsche Erdgasnetz ist über 530.000 km lang.

 

  • Welche Maße haben die Pipelines?

Der Durchmesser von unterirdischen, erdverlegten Fernleitungen beträgt bis zu 140 cm. Sie überbrücken Entfernungen bis zu 6.000 km. Offshore-Pipelines können einen Durchmesser von 120 cm haben und sind bis zu 1.200 km lang.

 

  • Wie sind Fernleitungen in Deutschland verlegt?

In Deutschland werden Erdgasfernleitungen grundsätzlich unterirdisch verlegt. Mit einer Erdüberdeckung von mindestens einem Meter liegt die Erdgasfernleitung geborgen im Erdreich und sicher vor äußeren Einflüssen.

 

  • Mit welchem Druck werden Fernleitungen betrieben?

Erdverlegte Fernleitungen werden mit einem Druck von bis zu 100 bar betrieben. Bei Offshore-Pipelines muss der Druck höher sein. Sie werden mit einem Druck von bis zu 200 bar betrieben.

Um den Hochdruck in der Fernleitung aufrechtzuerhalten, müssen alle 100 bis 200 km Verdichterstationen errichtet werden. Offshore sind die Bedingungen anders. Die Nord Stream-Pipeline von Russland nach Deutschland kommt zum Beispiel 1.200 km ohne Verdichter aus.

 

  • Wie schnell bewegt sich Gas in Fernleitungen?

Für Fernleitungen wird bei der Planung im Allgemeinen eine Strömungsgeschwindigkeit von 10 m/s angesetzt. Das entspricht etwa 36 km/h.

 

  • Wie sind Fernleitungen offiziell definiert?

Das Kerngeschäft der Fernleitungsnetzbetreiber ist durch das Energiewirtschaftsgesetz definiert als „der Transport von Erdgas durch ein Hochdruckfernleitungsnetz, mit Ausnahme von vorgelagerten Rohrleitungsnetzen, um die Versorgung von Kunden zu ermöglichen, jedoch nicht die Versorgung der Kunden selbst“ (EnWG § 3, 19).

 

  • Wie sind die Pflichten der Fernleitungsnetzbetreiber festgelegt?

Die Verpflichtungen der Fernleitungsnetzbetreiber sind durch die Paragraphen 15 und 15a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) eindeutig festgelegt. Das EnWG sieht den diskriminierungsfreien, bedarfsgerechten sowie effizienten Betrieb und Ausbau des Gastransportnetzes für eine sichere Energieversorgung vor. Den Fernleitungsnetzbetreibern obliegen ferner eine Informationspflicht sowie die gemeinsame Erstellung eines jährlichen Netzentwicklungsplans.      

 

  • Warum gilt Erdgas als Primärenergieträger der Zukunft?

Erdgas ist als sichere und umweltverträgliche Alternative zu anderen fossilen Energieträgern anerkannt. Dessen Nachfrage hat in Deutschland und in der EU in den letzten 25 Jahren am stärksten von allen Energieträgern zugenommen. Als fossiler Energieträger mit weitreichenden Reserven und den geringsten Emissionswerten bei der Verbrennung gilt Erdgas auch zukünftig als Wachstumsenergie Nummer eins in Deutschland und in der EU. Gründe hierfür sind der effiziente und umweltschonende Ausbau der Infrastruktur, die verbesserte Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit, die hohe Effizienz (Wirkungsgrade), der sichere Transport und Gebrauch von Erdgas sowie die im Vergleich zu Kohle und Mineralölprodukten niedrigeren Investitionskosten für die meisten Gasanwendungen. Zukünftig ist deshalb sowohl im nationalen als auch europäischen Markt mit einem weiteren Anstieg des Anteils von Erdgas am Primärenergieverbrauch zu rechnen.