Pressemitteilungen

  

03.02.2015

Analyseprozess gestartet: FNB nehmen Evaluierungsbericht der BNetzA unter die Lupe

 

Berlin, 03.02.2015. Als „Bibel der Anreizregulierung“ bezeichnete Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, den am letzten Mittwoch überreichten, fast 500 Seiten starken Evaluierungsbericht der Behörde. Inga Posch, Geschäftsführerin des FNB Gas, der Interessenvertretung der deutschen Fernleitungsnetzbetreiber, bewertet in einer ersten Stellungnahme das Papier der BNetzA: „Mit dem Ansatz der Regulierungsbehörde im Sinne eines Erhalts stabiler Rahmenbedingungen keine revolutionären Änderungen des Regulierungsrahmens zu empfehlen, sehen wir eine unserer Hauptforderungen erfüllt. Auch wir als Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) haben stets die Notwendigkeit betont, das Vertrauen der Kapitalanleger in die Verlässlichkeit des deutschen Regulierungssystems zu erhalten und zu stärken.

Positiv bewerten die FNB insbesondere die nach ihrer Lesart des Berichtes klare Absage an die Einführung eines jährlichen Kapitalkostenabgleichs, in der Diskussion als „Schäfermodell“ bekannt. Hiermit  trägt die BNetzA zur Beibehaltung eines stabilen Regulierungssystems bei, denn durch eine Abkehr vom derzeit etabliertem System, was mit der Einführung des Kapitalkostenabgleichs der Fall wäre, würden bereits getätigte Investitionen entwertet werden.

„Allerdings: ein alle Probleme lösendes Werk erkennen wir hier nicht.“

Als Enttäuschung werten die FNB, dass die BNetzA vorschlägt, weiterhin am Ansatz eines generellen Produktivitätsfaktors für alle Netzbetreiber festzuhalten. „Dieser Faktor unterstellt, die Netzbetreiber könnten höhere Produktivitätsraten in der Zukunft erzielen als die Gesamtwirtschaft. Diese Annahme ist verfehlt.“ Posch weist darauf hin, dass die hohe Kapitalintensität, begrenzte Möglichkeiten zu technischem Fortschritt im Netzbetrieb sowie die Ortsgebundenheit der Leistungserbringung im Vergleich zu anderen Branchen eher dafür sprechen, dass die netzwirtschaftliche Produktivitätsentwicklung vergleichsweise langsam verläuft. „Zusätzliche Argumente gegen eine weitere Anwendung des Faktors sind: Sollte es überhaupt eine Minderproduktivität zu Beginn der Anreizregulierung gegeben haben, so ist diese doch in den ersten beiden Regulierungsperioden längst vollständig abgebaut worden.“

„Zudem hat die Branche ein enormes Investitionsvolumen aus dem NEP zu stemmen. Dazu kommen immer weiter gehende Aufgaben, was die Vermarktung, Produkte, Flexibilität und gesetzliche Auflagen angeht. Dies wird sich in Zukunft nicht mit sinkenden Personalressourcen umsetzen lassen, was durch die Vorschläge zu einer restriktiveren Lösung der Personalzusatzkosten bei den dauerhaft nicht beeinflussbaren Kosten (dnbK) konterkariert wird.“

Die FNB behalten sich vor, die vielfältigen vorgebrachten Vorschläge zur Pauschalisierung bzw. Vereinfachung und zur weiteren Entscheidungsfreiheit der BNetzA auf ihre Wirkungsweise noch zu prüfen. Der Prüfungsmaßstab müsse dabei sein, ob die Vorschläge geeignet sind, ungerechtfertigte Benachteiligungen bestimmter Netzbetreibergruppen treffsicher zu beseitigen und zugleich Nachteile bei anderen Netzbetreibern auszuschließen. Nur dann wäre gewährleistet, dass die Vorschläge nicht zu einer Verunsicherung der betreffenden Kapitalanleger führen.

 

Über FNB Gas:

Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas) ist der Zusammenschluss der deutschen Fernleitungsnetzbetreiber, also der großen überregionalen und grenzüberschreitenden Gastransportunternehmen. Die Vereinigung hat sich Ende 2012 gegründet und betreibt seit April 2013 eine Geschäftsstelle in Berlin. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Vereinigung ist der Netzentwicklungsplan Gas, der seit 2012 durch die Fernleitungsnetzbetreiber erstellt wird. Zudem vertritt die Vereinigung ihre Mitglieder auch als Ansprechpartner gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit.

Zu den Mitgliedern der Vereinigung zählen die Unternehmen bayernets GmbH, Fluxys TENP GmbH, GASCADE Gastransport GmbH, Gastransport Nord GmbH, Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, GRTgaz Deutschland GmbH, jordgasTransport GmbH, Nowega GmbH, ONTRAS Gastransport GmbH, Open Grid Europe GmbH, terranets bw GmbH und Thyssengas GmbH. Sie betreiben zusammen ein rund 40.000 Kilometer langes Leitungsnetz.

 

Pressemitteilung (Download) 

 


Pressekontakt:

Inga Posch

Tel: +49 (30) 9210 23510

Fax: +49 (30) 9210 23543

Email: inga.posch@fnb-gas.de

 

Zurück zur Übersicht