Menue_phone EN
11.02.2021 Pressemitteilung

Gemeinsamer Appell der Gaswirtschaft

Die Energiewende braucht grüne Moleküle - Biomethan-Potenziale dauerhaft und zukunftsgerichtet nutzen

Mit dem Dialog Gas 2030 und der Veröffentlichung der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Politik den Blick auf die Potenziale gasförmiger Energieträger für den Weg zur Klimaneutralität 2050 gerichtet. Es ist klar, dass dekarbonisierte Gase sowie zunehmend erneuerbarer Wasserstoff mehr und mehr Erdgas im Markt ersetzen. Dabei dürfen die biogenen Energieträger wie Biogas und Biomethan oder biogener Wasserstoff als weitere klimaneutrale Gase mit erheblichem, schnell verfügbarem Potenzial in allen Sektoren, nicht aus dem Blick geraten.

Biogas als Naturprodukt und erneuerbarer Energieträger ist jederzeit schnell verfügbar, vielseitig einsetzbar und ein wichtiger Baustein der Energieversorgung von heute und morgen. Auf Erdgasqualität aufbereitet und als Biomethan in die vorhandene Gasinfrastruktur eingespeist, kann es jederzeit gespeichert und zu den Verbrauchern transportiert werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm vielseitig und können einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.

In der Stromerzeugung ist Biomasse nach Windenergie und Photovoltaik die dritte wichtige Säule. Sie sorgte für neun Prozent des im ersten Halbjahr 2020 erzeugten Stroms und ist die einzige flexibel steuerbare Erzeugung unter den erneuerbaren Energien. Hinzu kommt die Nutzung in der Wärmeversorgung (2019 rund 16,7 TWh Wärme und Kälte) und im Verkehrssektor (0,7 TWhin 2019). Die Biogasbranche setzt in Deutschland fast 9 Mrd. Euro um. Biogas und Biomethan tragen insbesondere in strukturschwachen Regionen zur Wertschöpfung bei und sichern ca. 46.000 Arbeitsplätze.

Neben der Stromerzeugung kann Biomasse gerade für die Wärmewende in der Zukunft eine noch gewichtigere Rolle einnehmen. Gerade aus der Relevanz der Wärmeanwendungen für jeden Bürger leiten sich enorme Chancen für Beiträge zum Klimaschutz mit erneuerbaren Gasen ab. Insbesondere bestehende Heizungssystem mit den üblichen höheren Vorlauftemperaturen können gut und kostengünstig mit Biogas funktionieren. Schon heute werden im Jahr zehn Milliarden Kilowattstunden Biomethan ins deutsche Erdgasnetz eingespeist. Wenn alle Potenziale ausgeschöpft werden, ließe sich die Einspeisung wasserverträglich auf mehr als 100 Mrd. kWh erhöhen und so eine Treibhausgaseinsparung von mehr als 27 Millionen Tonnen CO2-eq. pro Jahr realisieren. Die weitere Nutzung von Biomethan als Beimischung im Gasnetz und in Gasspeichern bietet so bei entsprechender Regulierung und Anerkennung der Dekarbonisierungsleistung eine gute Gelegenheit, EE-Potenziale auch nach Auslaufen der EEG-Förderung für die Energiewende nutzbar zu halten.

Um die vorhandenen nachhaltigen Potenziale des Biomethans dauerhaft zu sichern und zukunftsfest zu gestalten, braucht es:

  • Die Fortsetzung des Gasdialogs mit dem angekündigten Bioenergie-Dialog für eine verlässliche Bestimmung der zukünftigen Rolle von Biogas/Biomethan noch in die-ser Legislaturperiode.
  • Die Anerkennung von Biomethan als innovative Lösung im Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG).
  • Die Anerkennung der vNNE (vermiedenen Netzentgelte) für Biomethan über 10 Jahre hinaus für den Zeitraum des Anlagenbetriebs, mind. jedoch für die EEG-Förderdauerin der GasNZV.
  • Die Berücksichtigung als EE im Bundesprogramm effiziente Wärmenetze (BEW) und gleichsam bei der Betriebsmittelförderung.
  • Eine Überführung der Förderprogramme ins Bundesprogramm effiziente Gebäude (BEG).
  • Die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen im Gebäudeenergiegesetz (GEG).
  • Die gleichwertige Anerkennung in der steuerlichen Förderung bei der Nutzung in Hybridanlagen.
  • Eine ambitionierte Umsetzung der RED II für Kraftstoffe sowie im Wärme- und Kältebereich unter Berücksichtigung der gasförmigen Biomasse.
  • Schaffung eines Rechtsrahmens, um die Potentiale von Wasserstoff aus Biomethan und dessen mögliche Kohlenstoffsenke zu nutzen (z.B. über 38. BImSchV).

Die Energiewirtschaft steht bereit, um den Gasmarkt 2050 über alle Anwendungen und Sektoren hinweg klimaneutral zu gestalten. Biogas ist dafür ein wichtiger Baustein.


Dieser Appell wird getragen von:

Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (ASUE)

Biogasrat e.V. Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V. (BDH)

Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)

Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG)

Bundesvereinigung der Firmen im Gas-und Wasserfach e.V. (FIGAWA)

Deutscher Verein des Gas-und Wasserfaches e.V. (DVGW)

Fachverband Biogas e.V.Initiative Erdgasspeicher e.V. (INES)

Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas)

Zukunft Gas e.V.

Zentralverband SanitärHeizung Klima (ZVSHK)

weitere Pressemitteilungen lesen
Gemeinsamer Appell der Gaswirtschaft

FNB Gas e.V.

Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas) ist der Zusammenschluss der großen überregionalen und grenzüberschreitenden deutschen Gastransportunternehmen. Die Vereinigung wurde Ende 2012 gegründet und betreibt seit April 2013 eine Geschäftsstelle in Berlin. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Vereinigung ist der Netzentwicklungsplan Gas, der seit 2012 durch die Fernleitungsnetzbetreiber erstellt wird. Zudem vertritt die Vereinigung ihre Mitglieder auch als Ansprechpartner gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit.

Pressekontakt

Vereinigung der
Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V.

Georgenstraße 23, 10117 Berlin
T: +49 30 9210 2350
F: +49 30 9210 23543
M: info@fnb-gas.de
W: www.fnb-gas.de

weitere Pressemitteilungen lesen
sektorkopplung

#Grünes Gas

weiter
21.07.2021 Position

Gasinfrastruktur: Für ein sicheres Energiesystem und effizienten Klimaschutz - Impulse für die nächste ...

weiter
winterteaser

Winterrückblick 2020/2021

weiter

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Mehr erfahren

Ok, Verstanden