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12.12.2019 Pressemitteilung

Niedersachsens Umweltminister Lies setzt auf grünes Gas für den Klimaschutz

Mit einem klaren politischen Statement zur Bedeutung von Wasserstoff für den Klimaschutz eröffnete der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies (SPD), den diesjährigen FNB Gas Network Talk in der DZ Bank am Brandenburger Tor. Eine Aussage, für die er von den 75 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verbänden viel Applaus bekam.  

Minister Lies: Ohne Gas sind die Klimaziele nicht zu erreichen.  

In seiner rund 30-minütigen Keynote machte Minister Lies deutlich, dass die Gasinfrastruktur und erneuerbare sowie dekarbonisierte Gase eine unverzichtbare Rolle im Energiesystem der Zukunft spielen. „Ich bin überzeugt, dass die Zukunft nicht allein strombasiert sein kann“, so der niedersächsische Minister. Strom- und Gasnetzplanung müsse man daher „verzahnen“ und ein erster wichtiger Schritt wäre ein gemeinsamer Szenariorahmen für die Erstellung der beiden Netzentwicklungspläne“. Sollte Deutschland „so weitermachen wie bisher“, könne man die „Klimaziele gleich streichen“, warnte Lies. Sein Ziel sei es, künftig „keine regenerativ produzierte Kilowattstunde Strom mehr zu verschenken“, sondern in Wasserstoff umzuwandeln und das vorhandene Gasnetz für den Transport zu nutzen.

Lies: „Der größte Speicher, den wir in Deutschland haben, ist das Gasnetz. Was heute die Infrastruktur für den Import und Transport von fossilen Gasen ist, kann morgen die Infrastruktur für grünes Gas sein.“ Auch den Einwand von Frau Dr. Barbara Praetorius, Professorin für Volkswirtschaft an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, dass eine Quote für grüne Gase die Energiekosten „deutlich“ verteuere, wies der Minister klar zurück: „Eine Grüngas-Quote ist keine Kostenfrage. Probleme bei der Elektrolyse sind nicht die Entstehungskosten, sondern die Abnahmekosten.“  

Grüne Gase leisten wichtigen Beitrag zum Klimaschutz  

Zustimmung bekam Lies für seine Analyse von Ralph Bahke, Vorstandsvorsitzender von FNB Gas. „Natürlich bedeutet die Quote erst einmal Mehrkosten - diese müssen aber im Vergleich zu alternativen Instrumenten bewertet werden.  Mit Power-to-Gas kann die Lücke in der Langzeitspeicherung von regenerativem Strom sehr gut geschlossen werden“, sagte Bahke, Geschäftsführer des Fernleitungsnetzbetreibers Ontras aus Leipzig. Grüne Gase leisten daher auch aus seiner Sicht einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Branche arbeite intensiv daran, die Gaswirtschaft zu dekarbonisieren. Die Transportunternehmen machten sich bereits intensiv Gedanken über die notwendige Infrastruktur für eine erfolgreiche Wasserstoffwirtschaft. Bahke fordert diesbezüglich einen „verlässlichen regulatorischen Rahmen“ ein, um Investitionen planen zu können. Lies verwies in der Podiumsdiskussion ebenfalls auf die Möglichkeit, Anreize über regulatorische Regelungen zu schaffen.  

Mit Wasserstoff zu grünem Stahl  

In der anschließenden Diskussion spielte vor allem die Frage der Versorgung der Industrie mit blauem oder grünem Wasserstoff eine zentrale Rolle.

„Die Stahlproduktion hat in Deutschland nur dann eine Zukunft, wenn sie klimaneutral wird. Dafür müssen wir in der Produktion auf grünen Wasserstoff umstellen“, erläuterte Gerrit Riemer, Leiter Governmental und Corporate Affairs von thyssenkrupp Steel Europe. Doch dafür seien auf allen Seiten erhebliche Anstrengungen erforderlich. „Allein wir bei thyssenkrupp Steel werden ab dem Jahr 2050 jährlich sieben Milliarden Kubikmeter Wasserstoff benötigen, um ausschließlich klimaneutralen Stahl zu produzieren“, so Riemer. Doch von einer ausreichenden Versorgung der Industrie mit Wasserstoff sei Deutschland weit entfernt. Der Stahl-Experte: „Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es die notwendigen politischen Rahmenbedingungen und eine Wasserstoffinfrastruktur.“ thyssenkrupp selbst rechne bis 2050 mit rund zehn Milliarden Euro allein für die notwendige Umstellung seiner Produktionsanlagen.  

Netze müssen auf die neuen Herausforderungen vorbereitet werden  

Dass auch andere Branchen zwingend auf die Versorgung mit Wasserstoff zur Erreichung der Klimaziele angewiesen sind, wurde beim FNB Gas Network Talk mehrfach deutlich. Moderatorin Nadine Lindner, Korrespondentin beim Deutschlandradio, erkundigte sich vor allem nach den konkreten Auswirkungen der Klimaziele. „Die chemische Industrie und Zementindustrie sagen uns, dass sie 100 Prozent Wasserstoff wollen – und keine Mischgase“, konstatierte FNB Gas Vorstandsvorsitzender Ralph Bahke. Um das zu erreichen, müsse das Gasnetz in den kommenden 20 Jahren „erheblich umgebaut werden“. Zudem müsse es gelingen, einen Markt für Wasserstoff zu schaffen. Bereits in ihrer Begrüßung hatte FNB Gas Geschäftsführerin Inga Posch auf die Bedeutung der richtigen politischen Weichenstellungen hingewiesen.

Das nannte auch Minister Lies als zentrale Herausforderung: „Wir müssen den Markt anreizen – zeitlich begrenzt.“ Bei den Wegen sei er offen. Wichtig sei nur, loszulegen: „Wir müssen ein CO2-freies Energiesystem schaffen – nicht für uns, aber für unsere Kinder.“ 

 

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FNB Gas e.V.

Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas) ist der Zusammenschluss der großen überregionalen und grenzüberschreitenden deutschen Gastransportunternehmen. Die Vereinigung wurde Ende 2012 gegründet und betreibt seit April 2013 eine Geschäftsstelle in Berlin. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Vereinigung ist der Netzentwicklungsplan Gas, der seit 2012 durch die Fernleitungsnetzbetreiber erstellt wird. Zudem vertritt die Vereinigung ihre Mitglieder auch als Ansprechpartner gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit.

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