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28.01.2019 Stellungnahme

Stellungnahme zum Abschlussbericht der Kohlekommission

FNB Gas begrüßt ausdrücklich die im Abschlussbericht der Kohlekommission identifizierte Bedeutung von Gasinfrastruktur und Power-to-Gas Technologie als einen entscheidenden Schlüssel für das Gelingen der Sektorkopplung und damit das Erreichen der Klimaziele. Der Sektorkopplung kommt eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung von Wärme, Gas und Kraftstoff zu. Zusätzlich leistet die Sektorkopplung durch Power-to-Gas einen Beitrag zur Flexibilisierung des Energiesystems, um auf die Einspeisung von fluktuierendem erneuerbarem Strom zu reagieren. Weiterhin begrüßen wir aus Gründen der Versorgungssicherheit die Errichtung neuer Gaskraftwerke insbesondere an bestehenden Kohlekraftwerksstandorten.

Zum Abschlussbericht der Kohlekommission erklärt Inga Posch, Geschäftsführerin Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas): 

„Die Kommission ‚Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ hat den Auftrag, einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Gestaltung des energie- und klimapolitisch begründeten Strukturwandels in Deutschland herzustellen. Der Abschlussbericht macht deutlich, dass die für einen erfolgreichen Klimaschutz notwendige Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung nur dann erfolgreich und mit Vorbildfunktion gelingen kann, wenn eine Reihe von Anforderungen in Einklang gebracht werden. 

Von daher begrüßt FNB Gas ausdrücklich, dass die Kommission die Gasinfrastruktur und Power-to-Gas Technologie als einen entscheidenden Schlüssel für das Gelingen der Sektorkopplung und damit das Erreichen der Klimaziele identifiziert hat. Der Sektorkopplung kommt eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung von Wärme, Strom und Mobilität zu. Zusätzlich leistet die Sektorkopplung durch Power-to-Gas einen Beitrag zur Flexibilisierung des Energiesystems, um auf die Einspeisung von fluktuierendem erneuerbarem Strom zu reagieren. Die Kommission stellt zudem richtigerweise fest, dass der heutige regulatorische Rahmen – vor allem im Bereich Steuern und Abgaben, Entgelte, Umlagen – eine effektive Sektorkopplung noch verhindert. Allerdings muss mit der Entwicklung und dem Bau von großdimensionierten Power-to-Gas-Anlagen im Industriemaßstab unverzüglich begonnen werden, da diese in jedem Fall bereits ab 2035 in signifikanter Größenordnung erforderlich sind. 

Nur unter der stärkeren Einbeziehung der deutschen Gasinfrastruktur (Gaskraftwerke an bestehenden Kohlekraftwerksstandorten, Leitungen und Speicher) und dem verstärkten Einsatz von Power-to-Gas lässt sich der fundamentale Umbau unseres Energiesystems erreichen – und zwar sicher, kosten- und klimaeffizient. Der Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022, der parallele, stückweise Ausstieg aus der Kohleenergie und der verstärkte Ausbau der Erneuerbaren Energien ist eine Mammutaufgabe. Die Umsetzung und die Verantwortung muss daher auf mehrere Schultern verteilt werden, um die zentralen Herausforderungen – Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit – zu meistern. 

Der beschleunigte Ausbau der volatilen Erneuerbaren Energien und das Fehlen von funktionierenden Speicherlösungen werden den Stromnetzausbau an seine Grenzen stoßen lassen. Für beide Herausforderungen bietet die leistungsfähige und gut ausgebaute Gasinfrastruktur Lösungen. Die Gasnetze transportieren schon annähernd die doppelte Energiemenge im Vergleich zu den Stromnetzen. Durch die Umwandlung von Erneuerbaren Energien mittels Power-to-Gas in ‚Grünes Gas‘ in Verbindung mit den vorhandenen Gasspeichern lassen sich bereits heute große Energiemengen speichern. Zugleich ermöglicht die Nutzung der Gasinfrastruktur die intelligente Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme, Mobilität.“

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