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Klimaschonender Energieträger und natürlicher Rohstoff

Erdgas ist unter den fossilen Energieträgern der klimafreundlichste natürliche Rohstoff. Da es sich bei konventionellem Erdgas um ein Naturprodukt handelt, kommt es in unterschiedlicher Beschaffenheit vor. In Zukunft wird das konventionelle Erdgas zunehmend „grüner“ und damit klimaneutral werden.

Im aktuellen deutschen Energiemix ist Erdgas nach Mineralöl der zweitwichtigste Energieträger. Sein Emissionsfaktor bezogen auf den Brennstoffeinsatz liegt mit 202g CO2/KWh deutlich unter den Faktoren anderer Brennstoffe wie Steinkohle (337g CO2/KWh) oder Braunkohle (407g CO2/KWh). Ein geringer Teil des in Deutschland verbrauchten Erdgases wird aus heimischen Erdgasvorkommen gefördert oder in Biogasanlagen produziert. Rund 90 Prozent werden aus Norwegen, Russland und den Niederlanden importiert.

Die Erdgasentstehung geht auf bis zu 300 Millionen Jahre lange Prozesse zurück. Es entstand durch die Zersetzung organischen Materials unter Luftabschluss, wanderte danach in poröse Gesteinsschichten mit gasdichter Überdeckung, worin es eingeschlossen wurde. Daher muss Erdgas gewöhnlich aus großen Tiefen gefördert werden. Dieser Vorgang wird in der Gaswirtschaft als Upstream bezeichnet. Am Anfang steht das Aufspüren potenzieller Gasfelder, das mit geophysischer Exploration beginnt und mit einer Probebohrung endet. Bei Erfolg wird ein Förderrohr gesetzt, durch welches das meist unter hohem Druck stehende Gas automatisch entweicht und zur weiteren Aufbereitung aufgefangen werden kann. Durch Bohrungen entweicht das Gas ähnlich wie Luft aus einem Ballon. Diese Prozessphasen sowie den anschließenden Transport, Handel und Einspeisung in das Leitungsnetz nennt man in der Gaswirtschaft Downstream. Dabei sind eine Vielzahl von Marktteilnehmern beteiligt. Neben den Produzenten und Händlern sind das die Gasnetzbetreiber – die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) und Verteilnetzbetreiber (VNB). Die Endverbraucher sind vorrangig Industrieunternehmen und Privathaushalte.

Erdgas mit unterschiedlicher Beschaffenheit

Da es sich bei konventionellem Erdgas um ein Naturprodukt handelt, kommt es in unterschiedlicher Beschaffenheit vor. Entscheidendes Kriterium ist der Kohlenstoffanteil im Erdgas. Er bestimmt den Brennwert. So hat hochkalorisches Gas (H-Gas, von englisch „High“) einen höheren Brennwert als niedrigkalorisches Gas (L-Gas, von englisch „Low“) und setzt dadurch auf einen Kubikmeter Gas mehr Energie frei. Das in Deutschland und den Niederlanden gewonnene Erdgas ist überwiegend L-Gas und hat damit einen geringeren Brennwert als das H-Gas aus Norwegen oder Russland. Da die Vorräte in Deutschland und den Niederlanden tendenziell rückläufig sind, wird in allen Gebieten, die bisher von L-Gas versorgt werden, eine Umstellung auf H-Gas notwendig. Dieser Vorgang wird Marktraumumstellung genannt und ist voraussichtlich bis zum Jahr 2030 abgeschlossen.

LNG für den globalen Erdgastransport

Der Transport von Erdgas ist nicht nur über Pipelines möglich, sondern grundsätzlich auch auf den Seeweg per Tanker. Dazu wird das Erdgas bei minus 162 Grad Celsius zu Liquified Natural Gas (LNG) verflüssigt. Am Bestimmungsort kann es dann wieder regasifiziert und in das lokale Netz eingespeist werden. So können auch Importe aus Übersee – etwa den USA, Nigeria oder Katar – realisiert werden. Derzeit gibt es in Deutschland noch keine LNG-Terminals, die für das Anlegen der Tanker und die direkte Einspeisung in das deutsche Gasnetz notwendig sind. Es gibt aber Projektpläne an verschiedenen Standorten in Nord- und Ostdeutschland. In den Nachbarländern Frankreich, Belgien, Polen und den Niederlanden existieren bereits LNG-Terminals, die auch einen Beitrag zur Diversifizierung der Bezugsquellen und damit zur Versorgungssicherheit in Deutschland leisten.

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